Die Hortensie gilt als pflegeleichte, robuste Gartenpflanze. Großblütig, dankbar, wenig empfindlich. Blattläuse hat man eher an den Rosen im Hinterkopf, oder an den Bohnen im Gemüsebeet. Dass auch die Hortensie befallen werden kann, und manchmal ziemlich stark, kommt für viele überraschend.
Dabei ist das Problem häufiger als man denkt. Vor allem in Jahren mit warmem, trockenem Frühling trifft es Hortensien öfter und stärker als in kühleren Saisons.
Welche Blattläuse Hortensien befallen
An Hortensien tritt am häufigsten die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) auf, ein Generalist, der ein breites Pflanzenspektrum besiedelt. Daneben gibt es spezifischere Arten wie die Hortensienlaus (Aphis hydrangeae), die etwas weniger bekannt ist, aber bevorzugt an Hydrangea-Arten vorkommt.
Die Tiere sind klein, hellgrün bis gelblichgrün, und sitzen bevorzugt an den Blattunterseiten und an jungen Triebspitzen. Bei starkem Befall zeigt sich der charakteristische Honigtaubelag auf Blättern und Zweigen, und die neuen Triebe wachsen langsamer oder deformiert.
Wie sich Befall an der Hortensie zeigt
Das erste Zeichen ist oft nicht die Laus selbst, sondern die Reaktion der Pflanze. Neue Triebe, die stocken oder sich leicht einrollen. Blätter, die eine leichte Welligkeit entwickeln. Ein klebriger Glanz auf der Blattoberfläche.
Wer dann genauer hinschaut – vor allem die Blattunterseiten der jüngsten Blätter – findet die Tiere meistens in kleinen Gruppen sitzend, manchmal schon mit einem klebrigen Honigtaufilm drumherum.
Das Tückische an der Hortensie: Sie hat große, breite Blätter, und die Unterseiten dieser Blätter sind bei einem großen Busch kaum einzusehen. Befall bleibt deshalb länger unbemerkt als bei anderen Pflanzen, bei denen man die Triebspitzen leichter kontrollieren kann.
Was die Hortensie von der Rose unterscheidet
An Rosen ist der Befall visuell oft offensichtlicher – dichte Kolonien an Knospen, direkt sichtbar. An der Hortensie verteilt sich der Befall häufiger über viele Blattunterseiten, in kleineren Gruppen, und ist im ersten Stadium weniger auffällig.
Das hat Konsequenzen für die Bekämpfung: Bei Rosen kann man gezielt und konzentriert behandeln. Bei der Hortensie muss man flächiger arbeiten und sicherstellen, dass die Blattunterseiten wirklich erreicht werden.
Was hilft
Das Grundprinzip ist dasselbe wie bei anderen Pflanzen: Wasserstrahl als erster Schritt, dann Schmierseifenlösung als Nachbehandlung, zweimal bis dreimal wiederholt.
An der Hortensie sollte man darauf achten, die Sprühflasche wirklich von unten an die Blätter zu halten und nicht nur über die Pflanze zu sprühen. Ein großer Hortensienbusch hat viel Blattmasse – wer nur von oben sprüht, erreicht die Unterseiten kaum.
Neemöl eignet sich als ergänzende Maßnahme, besonders wenn derselbe Busch im Vorjahr schon betroffen war und man frühzeitig gegensteuern möchte. Zur Blütezeit sparsam einsetzen und abends behandeln, um Bestäuber nicht zu beeinträchtigen – Hortensien werden vor allem von Hummeln besucht.
Prävention und was man langfristig tun kann
Hortensien, die zu viel stickstoffbetonten Dünger bekommen, bilden weiches, üppiges Gewebe – und sind anfälliger. Ausgewogen düngen, bevorzugt mit einem Spezialdünger für Rhododendren und Hortensien, der auf den Bedarf dieser Pflanzen abgestimmt ist.
Ein gesunder Boden mit guter Struktur und gleichmäßiger Feuchte stärkt die Pflanze außerdem. Hortensien mögen humusreiche, leicht saure Erde – wer ihnen das bietet, hat robustere Pflanzen, die Befall besser verkraften.
Insgesamt ist die Hortensie eine Pflanze, bei der frühes Hinschauen sich lohnt. Wer die Blattunterseiten einmal pro Woche kurz kontrolliert und beim ersten Anzeichen handelt, hat an der Hortensie meist kein großes Problem. Wer wartet, bis der Befall sichtbar ins Auge fällt, hat oft schon eine gewachsene Kolonie vor sich.
