Klebrige Blätter an Zimmerpflanzen – wenn Honigtau auf Blattläuse hinweist

Man greift nach einer Zimmerpflanze, um sie zu drehen oder ein welkes Blatt zu entfernen – und bemerkt es sofort: Die Finger bleiben leicht kleben. Die Blätter haben einen seltsamen, klebrigen Film. Manchmal glänzen sie, als wären sie mit etwas dünn eingestrichen worden.

Das ist Honigtau. Und Honigtau bedeutet fast immer: irgendwo auf dieser Pflanze saugen Insekten.

Was Honigtau ist

Honigtau ist der Überschuss, den saugende Insekten beim Fressen ausscheiden. Blattläuse, aber auch Schildläuse, Wollläuse und Schmierlläuse, nehmen beim Saugen weit mehr Zuckerlösung auf als sie verwerten können. Den Rest scheiden sie als klebriger, glänzender Tropfen aus – direkt auf Blätter, Stängel und die Umgebung der Pflanze.

Der klebrige Film auf Blättern ist also kein Zeichen, dass die Pflanze selbst etwas ausscheidet. Es ist ein Ausscheidungsprodukt von Schädlingen.

Honigtau ist ein Symptom, keine Ursache

Das ist der wichtigste Punkt: Klebrige Blätter sind immer ein Hinweis, aber sie sagen nicht sofort, welcher Schädling dahintersteckt. Wer nur die Blätter abwischt, behandelt das Symptom – nicht die Ursache.

Der erste Schritt ist deshalb, die Pflanze gründlich zu untersuchen. Blattunterseiten absuchen, Triebspitzen kontrollieren, Stängelansätze prüfen. Blattläuse sitzen meistens an jungen Trieben und Blattunterseiten, sind klein, grün oder gelb, und manchmal schwer zu erkennen, wenn der Befall noch frisch ist.

Schildläuse zeigen sich als braune, flache, schildartige Gebilde an Stängeln und Blattstielen – sie sehen aus wie winzige Muscheln oder Schüppchen und werden oft mit Pflanzenwucherungen verwechselt.

Wollläuse erkennnt man an weißen, wattigen Flecken in Blattachseln und Triebgabeln.

Was Honigtau mit der Zeit anrichtet

Honigtau selbst schadet der Pflanze nicht direkt. Aber er ist ein idealer Nährboden für Pilze. Auf dem klebrigen Belag siedelt sich häufig der Rußtaupilz an – ein schwarzer, rußartiger Belag, der die Blätter bedeckt und die Photosynthese einschränkt. Bei starkem Befall sieht die Pflanze aus, als wäre Ruß auf sie gefallen.

Rußtau schwächt die Pflanze zusätzlich, weil er das Sonnenlicht abschirmt. Und weil er eng mit einem aktiven Schädlingsbefall verbunden ist, ist sein Auftreten immer ein deutliches Signal: Hier muss man handeln, nicht nur abwischen.

Was man tun sollte

Wenn Blattläuse die Ursache sind: Pflanze isolieren, befallene Stellen abstreifen oder abwischen, mit stark verdünnter Schmierseifenlösung behandeln, zwei- bis dreimal wiederholen. Die Blätter danach mit einem feuchten Tuch vom Honigtaufilm befreien – das verbessert die Photosynthese und lässt die Pflanze schneller erholen.

Wenn Schildläuse die Ursache sind, ist die Vorgehensweise anders: Schildläuse lassen sich mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen mechanisch entfernen, und systemisches Neemöl kann helfen, verbliebene Tiere zu erfassen.

Wollläuse werden ebenfalls mechanisch entfernt – Alkohol auf Watte, direkt auf die weißen Flecken.

Unabhängig vom Schädling gilt: Honigtaubelag auf den Blättern nach der Behandlung abwischen. Ein feuchtes Tuch reicht in den meisten Fällen.

Warum Zimmerpflanzen anfälliger für Honigtau sind

Drinnen gibt es keine Regen, der Honigtau abspült. Keine Windstöße, die Läuse aus dem Gleichgewicht bringen. Keine Nützlinge, die die Kolonie regulieren. Honigtau sammelt sich deshalb an Zimmerpflanzen schneller und sichtbarer an als im Garten.

Wer Honigtau an einer Zimmerpflanze bemerkt, sollte sofort alle benachbarten Pflanzen ebenfalls prüfen – Blattläuse und andere Sauger wandern von Pflanze zu Pflanze, besonders wenn diese eng beieinanderstehen. Mehr zum Umgang mit Blattläusen an Zimmerpflanzen und Blattläusen im Winter findet sich in den jeweiligen Artikeln.